Tourenberichte 2014

BERICHT AUSBILDUNGSTAGE STEINGLETSCHER
VOM 11. +12. JULI 2014

Bergführer: Martin Schürmann
Teilnehmer: Marcel von Allmen und Ursula Zwahlen

Am verregneten Freitagmorgen holte mich Martin Schürmann in Matten ab. Zusammen mit Ursula Zwahlen, die beim Bahnhof Interlaken West zustieg, fuhren wir Richtung Steingletscher. Glücklicherweise waren unsere Zimmer schon bereit und wir konnten unsere Sachen dort deponieren. Leider waren die Wetteraussichten für Freitag nicht gerade rosig. Für Samstag sollte es dann Besserung geben, gemäß Meteo-Schweiz. Nichts desto Trotz hatten wir unser Programm. Noch am Morgen übten wir uns am Trockenen mit der Orientierung auf der 1:25 tausender Karte. Wenn man das Schweizer Kartenmaterial mit ausländischem Material vergleicht, sind wir da auf einem ausgezeichneten Stand. Man darf sicherlich ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass wir in der Schweiz, wohl das Beste Kartenmaterial zu Verfügung haben. Martin unterrichtet uns mit großem Fachwissen über die Orientierung mit Karte und Kompass. Was ist jetzt nur noch das Azimut? Wie viele Höhemeter sind zwischen den Höhenlinien im Flachland und in den Alpen? Wie lese ich das Azimut mit dem Kompass und der Karte heraus? Dies und einiges andere übten wir. Es ist halt immer so, Kompass und Karte muss geübt sein, sonst vergisst und verlernt mal die Technik relativ schnell. Am Nachmittag vertieften wir unser Wissen draußen in der Natur, die Sonne schien leider immer noch in flüssiger Form. Aber wie heißt es so schön; Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Bekleidung. Hier erlebten wir doch das eine oder andere Aha-Erlebnis. Auf jeden Fall der Bachauslauf, des Steinsee`s haben wir mit Kompass und Karte gefunden. Naja, ich gebe zu, das war natürlich auch nicht allzu schwer. Nach der nasskalten Übung im Freien legten wir Karte und Kompass zur Seite und gönnten uns etwas Warmes. Den Restlichen Teil des Nachmittags übten wir die Seilhandhabung, Seilverkürzung usw. Am Samstag war das Wetter recht gut. Unser Ziel war; Erstellen und anwenden des einfachen- und doppelten Flaschenzuges. Im einfachen Gelände nahe des Klettergartens zeigte uns Martin wie der Flaschenzug gebaut wird. Der einfache Flaschenzug ist nicht so schwer aber der doppelte beanspruchte unsere grauen Hirnzellen recht stark. Weiter wollten wir die Ausgleichsverankerung im Eis, die Sanduhr, Stützpickel und auf steilem Eisgelände die Fortbewegung wieder einmal vertiefen. Unter realen Bedingungen wurde die Ausgleichsverankerung sowie der doppelte Flaschenzug geübt. Es ist nicht zu unterschätzen was für Kräfte auf einem wirken, wenn eine Person in eine Gletscherspalte fällt und wenn im Alleingang mittels Verankerung im Eis und Flaschenzug, die Person heraus gezogen werden muss. Die Anstrengung ist doch recht groß. Die Zeit verging wie im Flug, schon bald war es 15.30 Uhr. Wir marschieren also wieder zurück und mit der Absicht den Selbstaufstieg am gestreckten Berg Seil zu üben. Die Technik ist nicht allzu schwer, jedoch der Kraftakt, sich mit der Prusik,- und einer Steschlinge einigen Meter hoch zu arbeiten, ist nicht zu unterschätzen. Nach dieser Übung wurde es wieder nass von oben und wir sind zum Glück noch rechtzeitig vor dem großen Regen zurück im Hotel Steingletscher eingetroffen. Nach dem feinen Nachtessen wurde nochmals der Ausbildungstag ausgiebig diskutiert, bevor wir dann das Fußballspiel der Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Holland mitverfolgten. Am Sonntagmorgen regnete es leider immer noch und wir entschlossen nach dem Frühstück die Heimreise anzutreten. Ich möchte Martin Schürmann ganz herzlich danken für die sehr lehrreichen Ausbildungstage. Schade ist nur, dass sich nicht mehr Club- Mitglieder/innen angemeldet haben.

Marcel von Allmen

 

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