Tourenberichte 2014

 

TOURENBERICHT ÜBERSCHREITUNG NADELGRAT
VOM 18. – 20. JULI 2014

Bergführer: Beat Sigenthaler
Tourenleiter: Martin Schmied
Teilnehmer: Madeleine Bieri

In Interlaken bestiegen Beat und ich den Zug nach Berlin. Wir diskutierten was wir in Berlin machen würden, falls wir es verpassen in Spiez umzusteigen. Madeleine trafen wir in Visp und mit dem Bus ging‘s nach Gasenried oberhalb St. Niklaus im Mattertal. Der landschaftlich reizvolle Aufstieg zur Bordierhütte 2886m, dauerte 4h30min. und erwies sich als angenehm und abwechslungsreich. Die Querung des Riedgletschers war mit gut sichtbaren Dreibein- Markierungen gekennzeichnet. Nach einem köstlichen Nachtessen gingen wir früh zu Bett. Da nur 12 Gäste in der Hütte weilten, hatten wir sehr viel Platz zum Schlafen / Ruhen. Um 2.30 Uhr gab’s Tagwache und um 3.30 Uhr starteten wir über den Riedgletscher unsere Tour. Wegen den Gletscherspalten kann man zur Zeit nicht direkt bis unter das Dirrujochcouloir aufsteigen, sondern muss das ganze Gletscherplateau unter Balfrin durch, am Riedpass vorbei bis zum Ulrichshorn umwandern. Das Couloir zum Dirrujoch war eine „versäumige“ Angelegenheit, doch wir kamen ohne allzu grosse Schwierigkeit auf dem Dirrujoch 3912m an. Wir deponierten die Rucksäcke und bestiegen das Dirruhorn 4035m. Nachdem wir wieder zurück im Dirrujoch waren, ging es der Reihe nach über Hohbärghorn 4219m, Stecknadelhorn 4241m zum Nadelhorn 4327m. Was so kurz gesagt ist, dauerte einige Stunden. Die lange andauernde Anstrengung auf dieser Höhe war merklich spürbar und mir kam zwischendurch der Spruch in den Sinn „Sie waren lange unterwegs, der eine wurde Matsch und der andere immer Mätscher“. Es war eine schöne, immerwährende Kletterei, manchmal auf Schnee, oftmals über Felsstufen hoch und runter kraxeln. Nebst der Kletterei durfte die Aussicht auf die vielen Berggipfel ringsherum genossen werden. Vom Nadelhorn ging‘s dann bergab über das Windjoch zur Mischabelhütte 3335m. Unterwegs gab es zur Abkühlung noch Regengüsse, diese trugen aber nicht zur Festigung des Schnees bei und so „stogelten“ wir so gut es ging „nidsi“. Nach 14h erreichten wir die Mischabelhütte und waren heilfroh (wirklich!) nicht noch bis nach Saas Fee absteigen zu müssen. Mit Turnen und Strecken versuchten wir die Müdigkeit und Steifheit aus den Gliedern zu bringen. Sänger waren nach dem Nachtessen keine nötig, die Augen begannen von selbst zu kreisen, die Augenlider zu klappern, ……, den Rest erzähle ich nicht! Der Abstieg am Sonntag erfolgte im Regen und ich war erstaunt, dass ein grosser Teil wie auf einem Klettersteig mit Drahtseilen und Eisentritten erfolgte (zum Glück bei diesen nassen Felsen) Happy über die erfolgreiche und schöne Tour begaben wir uns in Saas Fee auf die Heimreise.

 Martin Schmied

 

 

 

 

 

 

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