Tourenberichte 2014

BERICHT NEPAL HÖHENTREKKING MIT ISLAND PEAK (6190M) VOM 7. BIS 27. APRIL 2014 

Organisation: Gil Ducommun

Spät abends fliegen Martin Schmied, Adrian Michel und Gil Ducommun am Montag, 7. April über Muscat nach Kathmandu. Am Dienstagabend werden wir mit Girlanden am Flughafen vom nepalesischen HFTPersonal (Himalaya Fair Trekking) freundlich empfangen - dessen Betreuung wird bis zum letzten Tag perfekt sein. Im Hotel Marshyangdi treffen wir auf Emmi Mörtl (aus Passau), die vierte im Bund und den lokalen HFT-Leiter: Formalitäten und Programm werden besprochen. Ein Nepalifreund von Martin lädt uns danach zum Abendessen ein. Am Mittwoch werden wir um 5.00 Uhr geweckt: Flughafen. Nach 35 Minuten Flug im sonnigen Morgendunst landen wir mit einer der ersten Maschinen um 7.00 Uhr auf der schrägen Piste von Lukla (2800m). Im Restaurant essen wir das mitgebrachte Frühstück, fragen nach den Namen der hohen weissen Berge hinten im Tal des Dudh Koshi. Die Träger Zundra und Kamal haben uns je 1kg abgenommen. Geleitet vom freundlichen Min, ein kleiner kräftiger Nepali, der Deutsch spricht, erreichen wir Pakhding (2600m) in drei Stunden, zum frühen Mittagessen: Dhal Bhat, das Nationalgericht. Überall blühen Obstbäume und viel Gemüse wächst in den Gärten. Im lichten Wald dominieren Föhren, Fichten und Rhododendrons. Steile Felswände allerseits, nicht unähnlich dem Tessin oder Uri. Nach weiteren 2,5h erreichen wir das „Hotel“ in Monju (2800m). Adi ist schwer erkältet, Emmi trägt einen zu schweren Rucksack, alle sind müde. Feiner Regen beginnt nach 15.00 Uhr. Zur Feier trinke ich einen feinen Apfelbranntwein (rokshi) für 150 NRoupien = CHF 1.50 und um 17.00 Uhr treffen wir Min zur täglichen Besprechung. Donnerstagmorgen 10.00 Uhr: Es ist kalt, blauer Himmel, Frühstück um 7.00 Uhr. Für den schönen waldigen Aufstieg nach Namche Bazar (3450m) – Hauptort im Solo Khumbu – brauchen wir drei Std. inkl. Wartezeit am Eingang des Sagarmatha National Park (Everest = Sagarmatha). Zum Glück sind wenig Touristen da. Im Hotel besprechen wir die Lage: Adi soll sich hier erholen und uns mit einem der Träger in vier Tagen in Gokyo (4800m) treffen. Nach dem Essen steigen die anderen sehr steil über den Flughafen nach Kunde (3850m), kaufen Schmuck, wandern durch das Green Valley nach Khumjung. Da treffen wir den HFT-Führer Som mit Helga und Marlies. Som kenne ich vom Trek im November 2011: Freude! Im feinen Schneefall steigen wir ab nach Namche. Fr./Sa.: Durch das Tal des Bhote Khoshi steigen wir gegen Westen nach Thame (3800m), wo wir zur Adaptation zwei Nächte verbringen. Im Everest Summit Lodge stossen wir auf Appa Sherpa, der 21 Mal den Everest bestieg. Am Zwischentag besuchen wir das schöne alte Kloster (3950m) und wandern im intensiven Schneetreiben bis zu einer Lodge auf 4250m, im Tal des Thame Khola. Die letzten Bäume liessen wir auf 3800m (Thuja, Wachholder, Fichte) stehen. Am So. 13.04. steigen wir im Bhote-Tal nach Norden bis zur Lodge in Lungdhen (4350m). Martin und ich steigen am Nachmittag bis 4800m, Richtung Renjo La, den Pass (5350m), den wir am nächsten Tag überqueren werden. Tagwache am Mo. um 4.00 Uhr, Start 5.00 Uhr, sehr schön, aber kalt. Die letzten 300m des 1000m-Aufstiegs zum Renjo verlangen uns alles ab. Martin hat auf dem Pass Speck-Chapati zubereitet: Ein Genuss! Nach 14.00 Uhr erreichen wir Gokyo, am See. Adi, gesund, wartet auf uns, schlief letzte Nacht in Phortse. Heftiger Schneefall setzt ein, nach zwei Stunden ist es wunderschön weiss (5-10 cm), die Sonne bestrahlt noch kurz den Cho Oyu hinten im Tal. Am Di. 15.04. besteigen wir den Gokyo Ri (5350m): Gokyo und See sind weiss, die Aussicht prächtig, auch aufs Everest Massiv. Am Nachmittag wandern wir unter Wolken über den mächtigen Ngozumba Gletscher nach Dragnag (4700m), ein Erlebnis aus Geröll und Eiswänden. Som, Helga und Marlies wandern mit. Am Mittwochmorgen steigen wir um 5.30 Uhr bei strahlendem Wetter und leuchtender Moräne auf den Cho La Pass (5420m), der ins Khumbu Tal führt. Atmung, Herz und Beine machen nun mit. Wolken ziehen auf, oben Aussicht 0, die Temperatur sinkt auf –10°C. Der Gletscher beim Abstieg birgt Rutschgefahr, wir nehmen Marlies an die Hand. Nach 7,5h erreichen wir Dzongla (4800m), am Fuss von Cholatse (6400m) und Tabuche. Martin und ich machen Bar-Tour, treffen auf vier Spanier, die auf ein Schönwetterloch von drei Tagen warten für die Nordwand des Cholatse. Do. 17.04. ist Ruhetag, wir wandern nach Lobuche (4900m), bewundern unterwegs Seilschaften am Lobuche (6100m). Am Nachmittag schneit es wieder. Emmi beschliesst, mit den Trägern am nächsten Tag „unten durch“, über Dingpoche, nach Chukhung (4800m) zu wandern, derweil die drei Männer, von Min angeführt, über den Khumbu Gletscher und den Kongma La (Pass, 5550m) Chukhung ansteuern werden. Wunderschöner Tag, endlich ohne Dunst. Nuptse, Lhotse, Chowbulu (heiliger Berg), Makalu, Amphulapcha, der kleine Island Peak im Talkessel, Amadablam: wunderbare Kulissen zeigen sich uns abwechslungsweise und entschädigen für den langen Marsch. Dawa der Bergführer ist da - auch Emmi mit den Trägern - kontrolliert unser Material, verteilt Helme und Steigklemmen. Auch Rosmarie und Ronny aus Steffisburg sind zu uns gestossen. Am nächsten Morgen („Ruhetag“) steigen wir bei Hochdruckwetter zum Base Camp (5100m) des Imja Tse (Island P.), den wir am 12. Trekkingtag besteigen wollen und werden im Zelt vom Koch Kanza fürstlich empfangen. Köstliches essen. Dawa führt uns in die Technik der Steigklemme (Yumar) ein. Rosmarie ist krank, beide beschliessen abzusteigen, während wir an Ostern, 20. April, um 1.30 Uhr aufbrechen. Gut trainiert, überholen wir Seilschaften im steilen Felsweg. Trotzdem brauchen wir 8h für die nahezu 1100m Aufstieg, wovon 400m Gletscher sind (zuletzt eine 150m hohe Eiswand, 60°, mit Fixseil). Oben bin ich zu Tränen gerührt, die reflektierende Brille schützt …, kein Wind auf dem Peak! Umarmungen, Fotos, Pracht, Steil überall! Beim Abstieg dann teuflischer Wind, ich zittere stundenlang vor Kälte (zu leichte Hose). Martin hilft Emmi beim Abseilen. 15.00 Uhr sind wir zurück, nach 13,5h. Essen - Ausruhen im warmen Zelt. Ostermontag: Glänzender Hochdrucktag, Kopf- und Fersenschmerzen, Abstieg nach Chukhung, Mahlzeit. Am Nachmittag schneller Marsch (4,5h) nach Tengboche (Kloster, 3850m). 22 Sherpas (4 von Thame) sind durch einen Eisbruch am Everest gestorben. Die Mönche sind weg, bereiten eine Zeremonie für das Tal vor. Gespräch mit einem türkischen Bergsteiger, welcher auf den Nuptse will. Rosa leuchtende Gipfel. Am Di. 22.04. sind wir um 6.30 Uhr im Kloster: Nur drei Mönche, Gebete, Kälte. Frühstück, die Berge wieder im Dunst verhüllt. Dann kommen 600 Höhenmeter Abstieg nach Pungi Tanga, am Fluss des Kumbu, durch den schönsten, blühenden Rhododendronwald. Nach dem Aufstieg (400m) auf der anderen Talseite treffen wir beim Essen auf die gut zwei Dutzend Mönche von Tengboche. Betroffenheit! Abstieg nach Namche, die Runde ist geschlossen! Doppelwhisky-Tour von Martin und Gil. Letzter Trek-Tag nach Lukla, langer Weg. M+G haben Halsschmerzen: Whisky sei Dank! Am 24.04 Fliegen wir nach Zürich/München. Unser Dankeschön gebührt HFT und des Führer und Träger!
Gil Ducommun 

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