Tourenberichte 2014

 

TOURENBERICHT PETERSGRAT VOM 06./07. SEPTEMBER 2014

 

Bergführer: Beat Siegenthaler
Teilnehmer: Florian Feuz, Zuzanka Schmidtova, Heidi Ulrich, Roger Wenger

Trotz zweier kurzfristiger Absagen sollte diese Tour für die verbliebenen fünf Teilnehmer/-innen eine unvergessliche werden… Unsere bunt gemischte Truppe traf sich am Samstagmorgen bei herrlichem Wetter um 07.00 Uhr in Stechelberg. Dort wurden wir, nach einer kurzen Begrüssung (und dem Zurücklassen von überflüssiger Ausrüstung), vom Garage Gertsch-Taxi in die Trachsellauenen gefahren. Bei angenehmer Temperatur marschierten wir danach in Richtung Obersteinberg los. Da die meisten unserer Gruppe sich nicht kannten, gab es viel von einander zu erfahren. So verging der erste steile Anstieg, vertieft in Gespräche, im Flug vorbei. Im Obersteinberg angekommen, gönnten wir uns ein warmes Getränk und auch der hausgemachte Kuchen musste gekostet werden. Als dann auch noch die Sonne zum Vorschein kam, trockneten unsere bereits vom Schweiss genässten Leibchen schnell und es konnte weiter gehen. Auf dem Marsch zum Oberhornsee wurden wir fachkundig von Zuzana über die Namen der am Wegrand wachsenden Blumen aufgeklärt. Beim Seeli gönnten wir uns dann eine kurze Pause und genossen das noch fast wolkenlose und warme Wetter. Anschliessend ging unsere Wanderung in Richtung Tschingelfirn weiter, wo wir dann kurz vor dem Betreten des Gletschers einen Mittagshalt machten. Frisch gestärkt zogen wir dann unsere Gamaschen und Gstältli an. Beat dirigierte uns in eine M-Form, um uns in gleichmässigem Abstand anzuseilen. Danach ging’s auf dem Gletscher, welcher auch ohne Steigeisen begangen werden konnte, weiter. Schon bald konnten wir das Mutthorn sehen und wir wähnten uns schon in der Hütte. Doch zuerst mussten wir noch den kurzen und etwas steileren Schlussanstieg mit einigen Spaltenüberschreitungen meistern. Da wurde dann sogar noch mit einem Bein die Tiefe einer Spalte ausgemessen. Doch mit vereinten Kräften bekam das Bein wieder Boden unter dem Fuss… Mit der Hütte im Blickfeld ging es mit zügigen Schritten die letzten Meter auf dem aufgeweichten Gletscher leicht abwärts. Zuletzt haben wir auch noch den kurzen felsigen Zustieg zur Hütte gemeistert und schon wurden wir vom Hüttenteam mit einem Willkommenstrunk bedient. Auf der sonnigen Terrasse gönnten wir uns das wohlverdiente Bier. Kurz nach 18.00 Uhr begaben wir uns in die Hütte und um ein leckeres Nachtessen zu uns zu nehmen. Anschliessend sassen wir noch in der gemütlichen Stube etwas zusammen und versuchten tschechische Zahlen- und schweizer Zündholzrätsel zu lösen. Kurz nach 22.00 Uhr begaben wir uns doch in unser zugeteiltes Zimmer und versuchten zu schlafen. Am nächsten Morgen war für uns kurz vor 06.00 Uhr Tagwache. Anschliessend stärkten wir uns mit einem feinen Frühstück und wurden etwas nach 07.00 Uhr von Toni Brunner bei der Hütte verabschiedet. Wieder angeseilt trotteten wir bei grandioser Morgenstimmung und noch kühler Temperatur in Richtung Petersgrat. Diesen erreichten wir ca. 1 Std. später. Leider zog aus dem Lötschental etwas Nebel zum Grat empor und wir konnten die Aussicht in Richtung Wallis noch nicht vollumfänglich geniessen. Nach der Gratüberschreitung marschierten wir dann nach links, nur leicht abwärts in Richtung Tschingelhorn weiter. Erst nachdem wir dann in einem Rechtsbogen in die Falllinie gewechselt hatten, gab Beat den Befehl zum Steigeisen anziehen. In umgekehrter Reihenfolge stachen wir den Gletscher in Richtung inneres Faflertal hinunter. Dabei konnte Florian seine gute Bergerfahrung unter Beweis stellen und brachte uns sicher zwischen den Spalten hinunter ab dem Gletscher. Zurück auf felsigem Untergrund entledigten wir uns den Steigeisen und dem Gstältli und manche sogar den langen Unterhosen. Es war inzwischen durch die Sonneneinstrahlung angenehm warm geworden und auch der Nebel hatte sich verzogen. Wir genehmigten uns gleichzeitig einen Verpflegungshalt, bei welchem Beat noch aktive Instruktionen über das richtige Gehen mit Steigeisen gab. Frisch gestärkt nahmen wir den langen und zum Teil recht steilen Abstieg in Richtung Fafleralp unter die Füsse. Dabei musste wieder einmal festgestellt werden, dass Wanderstöcke für solche Abstiege eine enorme Erleichterung darstellen würden. Nach einem weiteren Halt oberhalb von Fafleralp, kamen wir dort kurz nach Mittag an. Von Fafleralp nahem wir dann nicht etwa den Bus, sondern marschierten schnurstracks weiter nach Blatten. Dort kamen wir dann aber alle ziemlich geschafft bei der Bushaltestelle an und freuten uns schon auf das Einkehren in Goppenstein, wo wir uns ein kühles Blondes und eine üppige Walliserplatte an der herrlich warmen Sonne genossen. Anschliessend bestiegen wir den Zug in Richtung Berner Oberland. Am späteren Nachmittag verabschiedeten wir uns müde aber glücklich voneinander. Fazit: Der Petersgrat von Stechelberg aus mit einer Übernachtung in der Mutthornhütte ist eine wunderschöne und einfache Tour für Jedermann und –frau, welche etwas Kondition haben. Die Tour wird, jedenfalls mir, noch lange in sehr guter Erinnerung bleiben.
Roger Wenger

 

 

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