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TOUR MÖNCHSBÜFFEL VOM 16. JUNI 2018               

Bergführer: Mano Schönthal

Tourenleiter: Thomas Schmied

Teilnehmer: Stefanie Bieri, Pascal Kolly, Heidi Ulrich

Wir trafen uns am Samstagmorgen um 07:00 Uhr bei der Schilthornbahn. Dort stellten wir fest, dass unser Ziel auf der Karte nur ca. 700m entfernt ist. Wir marschierten los Richtung Lengwaldschüür, um dort in den Katzenpfad abzubiegen. Nach dem Überklettern einiger umgestürzter Bäume, erreichten wir das Ende des Waldes und machten unterhalb der Felswand unseren ersten Rast. Auf diesem schmalen Gebirgspfad ist man normalerweise alleine unterwegs, aber nicht so heute. Wir trafen noch zwei weitere Parteien an. Es waren Speedflyer und BASE Jumper. Weiter ging der Weg traversierend über Legföhren, bis es unterhalb der Jägerbalm erstmals sehr ausgesetzt wurde. Die kniffligste Stelle der ganzen Tour war, in der fast senkrechten Graswand auf das Band, welches zu Balm führt, hochzukommen. Dort angelangt, machten wir erneut Rast und bewunderten die alten Teller und Pfannen, welche von den Jägern zurückgelassen wurden.

Wir marschierten weiter auf dem Pfad, bis wir uns oberhalb vom Camping in der Rütti befanden. Jetzt führten die Wegspuren wieder Richtung Büffel. Bei der „Bösen platte“ war das erste Mal richtiges Klettern angesagt. Die 30m hohe Wand war dank der Bohrhaken und den Fixseilen gut zu passieren. Das Marschieren ging wieder weiter. Die grasbewachsenen Wiesen wurden immer steiler und ausgesetzter. Als wir die nötigen Höhenmeter erreicht hatten, ging es ans queren der ca. 5 Gräben. Wenn man vom ersten Graben zum zweiten sieht, hat man das Gefühl, vor einer senkrechten Wand zu stehen und fragt sich, wie am dort überhaupt langgehen soll. Aber es handelte sich nur um eine imposante Sinnestäuschung denn auf der anderen Seite angekommen, stellt man fest, dass das Gelände fast eben ist.

Als wir den Sattel oberhalb vom Büffel zu Fuss erreichten, seilten wir uns wieder an und machten uns an den Abstieg. Wieder querten wir fast senkrechte Graswände um den Sattel unterhalb vom Büffel zu erreichen. Jetzt durften wir nach dem vielen Laufen wieder etwas klettern. 

Kurz bevor wir den Gipfel erreichten, waren die Basejumper bereit vom Punkt „Black Line“ zu springen. Wir sahen ihnen mit Stauen zu.

Auf dem Gipfel, nach 5,5h Aufstieg, angekommen, genossen wir auf dem kleinen schönen Plateau die Aussicht auf die umliegenden Berge und den Tiefblick ins Tal. Der Tiefblick ist so spektakulär, dass man auf dem Bauch liegend beim Schilthornbahnparkplatz überprüfen kann ob das eigene Auto noch dort steht. Der Spruch aus dem Alten Gipfelbuch „Bleib nicht auf ebnen Feld, Steig nicht zu hoch hinauf, am schönsten sieht die Welt auf halber Höhe aus“ passt perfekt zu diesem magischen Plätzli mitten im Schwarzmönch. Des Weiteren versuchten wir während unserem Gipfelrast noch das Fähndli wieder zu installieren, aber uns fehlte das passende Material und Werkzeug.

Für den Rückweg mussten wir zuerst vom Büffel in den Sattel abseilen. Danach ging es wieder hoch zum Sattel wo wir uns zuvor angeseilt hatten. Durch die ca. 5 Gräben folgten wir dem Pfad bis zur „bösen Platte“. Dort erfolgte das zweite Abseilen. Dass zwei zusammengebundene 30m Seile bis zum Boden reichen, war von oben betrachtet nicht so glaubhaft. Deshalb wurde der jüngste, der dies behauptete, als erstes abgelassen. Gottseidank war seine Erinnerung korrekt, somit entfiel das Thema Seilverlängerung J. Der weitere Rückweg erfolgte analog dem Aufstieg. Trotz meiner Erfahrungen auf dem Katzenpfad, verloren wir einmal kurz den Weg. Bei der Jägerbalm folgten wir der Schnur (ein Stahlseil), damit wir nicht mehr durch den steilen Kessel steigen mussten. Die Wegfindung ist dort sehr schwierig und nur Ortskundigen zu empfehlen! Denn auch wir mussten den roten Punkt, welcher den Beginn des Anschlusspfads zu den alten Fixseilen markiert, zuerst suchen. Aber dank Teamwork ging das recht schnell.

Als wir endlich auch durch den Lengwald abgestiegen waren und wieder flachen Boden unter den Füssen hatten, freuten wir uns auf ein kühles Getränk bei Marlens Snack. Dort betrachteten wir nochmals voller Stoltz den Büffel und staunten, wo sich der Pfad am Schwarzmönch entlangwindet.

Thomas Schmied