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Ski-Hochtour im Gauli - 25. - 28. März 2021

Bergführer:          Dani Oberli

Tourenleiterin:     Steffi Bieri

Teilnehmende:    Rita Santschi / Daniela Paepke

 

Tag 1

Wir starten die Touren-Tage um 7:05 mit dem Zug via Meringen nach Guttannen. Von dort aus mit dem Taxi zur Handegg und mit der Gondel an den Fuss des Räterichboden-Stausees.

Dank Steffi`s perfekten Planung klappte alles wie am Schnürchen.

Die Sonne war schon munter am Scheinen und begleitete uns äusserst wärmend beim Aufstieg zum Wintergipfel des Alplistock`s. Eine Pause geniessend, wie auch die herrliche Aussicht ins Tal Richtung Innertkirchen, belohnte uns für die ersten Strapazen. Eine genussvolle Sulz-Abfahrt, die Bächlital-Hütte bereits im Blick, war der Einstieg in die Touren-Tage.

Noch voller Energie schaufelten Dani und Steffi bei der Hütte Stufen in den Schnee, über die wir am kommenden Morgen den 2. Abenteuer-Tag in Angriff nehmen konnten.

 

Tag 2

Der Start war früh, lagen doch einige Stunden und Höhenmeter vor uns. Der erste Aufstieg führte zur oberen Bächli-Lücke. Es waren einige Tourengänger unterwegs, so dass wir in gut dosiertem Abstand folgten um einen Stau an der Leiter zu vermeiden.

Mit schwerer Last am Rücken, Ski und Stöcke auf dem Rucksack aufgebunden, oben angekommen wurden wir von Dani einige Meter abgeseilt um heikle Passagen einfacher zu überwinden. Wir schnallten die Skier und Stöcke vom Rucksack und konnten eine Pulver-Abfahrt geniessen. Auch war es angenehm, einen Rucksack zu tragen, der etwas leichter war ;-)

Nun hiess es zum 2. Mal anfellen. Nach 500 Höhenmeter Aufstieg auf einen Sattel, alles in der bereits heizenden Sonne, konnten wir eine Hang-Traversierung fahren, bis zum Hubelhorn. Nach kurzem Fussmarsch zum Gipfel, bot sich uns eine traumhafte Rundsicht. Geniale Pulverhänge führten uns danach zum Gaulisee. Wir schnallten die Felle ein 3. Mal auf und begannen die "Seeüberquerung". Nach erneutem, kurzem Aufstieg und ebenfalls kurzer Abfahrt erwartete uns ein "Spitzkehren-Tal". Das 4. und letzte Mal angefellt, freuten wir uns, in der Gaulihütte das Gepäck abzulegen, die Schuhe auszuziehen, und den grossen Durst zu stillen. Die Tagesetappe war 9,5 Stunden und 1630 Höhenmeter.

Müde sanken wir in der gemütlichen Gaulihütte in den Schlafsack. Ein starker Wind rüttelte in dieser Nacht an der Hütte und beim Aufstehen war alles tief verschneit.

 

Tag 3

15 cm Neuschnee und Nebel lag vor den Fenstern. Wir genossen ein ausgiebiges Frühstück, wartend, was Petrus mit dem Nebel machen wird. Dani war zuversichtlich, dass wir noch Sonne sehen werden. Überzeugt von seinem Optimismus marschierten wir los, mit dem Ziel, das "Ankebälli" zu besteigen. Der Nebel war dick, doch spürten wir schon bald die Sonne, die, je weiter wir kamen, desto intensiver wurde. Ein Schneehuhn nutzte die schlechte Sicht, um kurz, vor uns im Schnee abzusitzen. Mystische Bilder der umliegenden Berge durch den Nebel liessen uns zuversichtlich sein, noch blauen Himmel zu sehen. Und der Himmel war blau. Allen Wettervorhersagen zum Trotz entwickelte sich der Samstag zum Strahlentag. Zum Glück konnten wir das Ankebälli nicht von Anfang an sehen, denn der Weg zum Ziel war nicht gerade "um die Ecke". Die Sicht, vom Gipfel auf den Fiescher-Gletscher und die umliegende Bergwelt, war einfach atemraubend. Steffi konnte erneut ihren "Gipfel-Mandelbären" geniessen (und machte Dani "gluschtig" damit). Nach dem 3600 Meter hohen Gipfel warteten unverfahrene Pulverhänge auf uns und liessen die Mühe des Aufstieges vergessen. Zurück in der Hütte gab`s ein "Plättli", wir waren stolz auf die geschafften 1700 Höhenmeter und die 8,5 Stunden, die uns die Strecke gebraucht hat. Der Vollmond leuchtete für uns diese Nacht, und auch unsere Gesichter waren von der Sonne am Scheinen.

 

Tag 4

Mit der Zeitumstellung zur Sommerzeit starteten wir etwas später um nicht zu stark im harstigen Schnee laufen zu müssen. Wir hatten das Renferhorn zum Ziel. Ein starker Wind begleitete uns und spielte Steffi einen Streich. Bei einer Pause an einer windstillen Ecke, kehrte der Wind ihren Rucksack just so, dass ihre Getränkeflasche, wie ein Geschoss, den Hang hinunterglitt. Dani fuhr der Flasche nach, die erst auf dem flachen Teil des Gletschers stoppte, während dem wir langsam weiter aufstiegen. Dani`s lang ersehnte Gipfel-Mandelbär war mit diesem Einsatz mehr als verdient. Nach dem Ränfenhorn erwartete uns eine imposante Abfahrt über den Rosenlaui-Gletscher. Wetterhorn, Wellhorn, Rosenhorn, Engelhörner links und rechts von uns, es war einfach unbeschreiblich schön. Bis zum Hotel Rosenlaui ging die Abfahrt, wo uns ein Taxi abholte und zum Bahnhof Meiringen fuhr.

Der Frühling erwartete uns im Tal, so dass wir uns ein Glacé gönnten.

 

Danke Steffi, für die perfekte Planung und Dani für die kompetente Führung, die Überzeugungskraft beim Abseilen an der oberen Bächlilücke und den "Rundum-Service": Ski bereitlegen, Getränkeflaschen retten und viele, hilfreiche Unterstützungen mehr.

 

Daniela Paepke